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Bei Sanierungsbeginn befand sich das Bauwerk
in einem sehr vernachlässigten Zustand, bedingt durch die
jahrelange finanzielle Doppelbelastung der Gemeinde, die
ihre Mittel am einsturzgefährdeten Münster bündeln musste.
So hatten neben dem sauren Regen perforierte Regenrinnen,
unvollständige Verblendhinterfüllungen, mangelhafte frühere
Sanierungen und Nachkriegskonstruktionen ihre deutlichen
Spuren hinterlassen.
Nach einer fotografischen Bestandserfassung
und dezidierten Analyse der Schäden und ihrer Ursachen wurde
mit den Arbeiten am nördlichen Obergaden im Herbst 2006
begonnen. Gekennzeichnet war das Schadensbild durch
Mikroben- und Pilzbefall der überfeuchteten Wandzonen,
herausbrechende Tuffschalen, durch Frost ausgesprengte
Werkstücke, herausgedrückte Mauerkronen, gerissene
Sturzscheitel, Mauerverbände und Gesimse, gebrochene
Maßwerke und Gewände, korrodierte Anker, defekte Regenrinnen
und Schieferdeckungen.
So musste ein Pfeilerkopf am Chor
provisorisch geklammert und mit einer Schutzumzäunung
versehen werden. Die endoskopischen Untersuchungen ergaben
inhomogenes Mauerwerk und eine statische Schwächung der
Wände.
Der Obergaden ist inzwischen wieder
hergestellt, ebenso der vorbeschriebene Pfeilerkopf am Chor.
Die früher ziegelsteinsichtigen Flächen unterhalb der
Obergadenfenster sind durch einen Schlämmanstrich im Ton des
Fugmörtels nunmehr farblich angeglichen, Regenentwässerung
und Dachdeckung erneuert bzw. durchrepariert. In 2008
konzentrieren sich die Arbeiten am Nordschiff, wo
vergleichbare Schadensbilder zu verzeichnen sind. Im
Wesentlichen bestehen die Sanierungen in Steinaustausch,
Reparatur der geschädigten Maßwerkteile durch sogenannte
Vierungen, die passgenau gefertigt und eingeklebt werden, um
den Ausbau der Verglasung und somit Störungen im Betrieb der
Kirche verzichtbar zu machen. Innerhalb einer
lithographischen Kartierung der verwendeten Steinvarietäten
werden in den fotografischen Fassadenabwicklungen die
Veränderungen am Bestand gegenüber früher dokumentiert. |