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Der
erste Bau der Hauptpfarrkirche ist älter als das
Münster. Als der Kölner Erzbischof Gero und der
Benediktiner Sandrad 974 auf der Suche nach einem
geeigneten Ort für die Gründung eines Klosters
waren, erzählten ihnen ältere Leute, zu Zeiten Karls
des Großen habe ein "Erster des Reiches" mit Namen
Balderich eine Kirche auf dem Hügel über dem
Gladbach erbaut und sie mit reichlichen Einkünften
und kostbaren Heiligenreliquien ausgestattet. Wer
dieser Balderich war, ist ebenso unbekannt, wie
diese Kirche ausgesehen hat. Sie lag auf dem
höchsten Punkt des Hügels. Deshalb musste das
Kloster an einer etwas tiefer gelegenen Stelle
erbaut werden.
Nach der Gründung des Klosters wurden die
Gottesdienste in der Gladbacher Pfarrkirche
weiterhin von Weltgeistlichen gefeiert. Erst 1315
übernahm ein Benediktiner die Pfarrstelle. Auch der
erste Pfarrer in der Französischen Zeit nach der
Aufhebung des Klosters und der Vertreibung der
Mönche 1802 war zuvor Benediktiner gewesen.
Obgleich Gladbach 1798 nur für ein halbes Jahr
Kantonalhauptstadt gewesen war, blieb die Gladbacher
Pfarrei Kantonalpfarre und die Pfarrkirche Sitz
eines Kantonalpfarrers.
Von wann bis wann die dritte, heute noch erhaltene
Hauptpfarrkirche erbaut worden ist, wissen wir
genau. Der Grundstein, auf dem steht, dass er 1469
gelegt wurde, und der Schlussstein von 1533 haben
sich erhalten. Der Grundstein ist außen unter dem
Mittelfenster des Chores und der Schlussstein an der
Sakristei angebracht worden.
Dr.
Wolfgang Löhr
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